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Die Sublimation als Umlenkung der Trieb-Energien und Motor für kulturelles Schaffen.

Das Drei-Instanzen-Modell und die Sublimationsvorgänge

Freud beschreibt in seiner psychoanalytischen Theorie drei Instanzen, die das menschliche Wesen bestimmen. Das "Es" und "Über-Ich" bilden das Unterbewusstsein, während er das "Ich" als Bewusstsein definiert. Reize aus der Umwelt sorgen für eine Stimulation der Triebe, die vom "Es" repräsentiert werden. Um eine auf diesen Reiz folgende triebbefriedigende Handlung auszuführen setzt das "Es" Trieb-Energien frei. Das "Über-Ich" stellt eine Kontrollinstanz dar, die eine triebbefriedigende Handlung mit dem im Unterbewusstsein herrschenden Moralkodex abgleicht. Dieser wird von dem jungen Menschen aus seinem sozialen Umfeld adaptiert, von den Eltern und der Gesellschaft, evtl. einer Religion bestimmt und "anerzogen". Sollte die unmittelbare triebbefriedigende Handlung mit dem ethischen und moralischen Verständnis kollidieren, legt das "Über-Ich" ein Veto ein. Zu bemerken ist dieser unterbewusste Mechanismus z.B. durch ein schlechtes Gewissen. Im "Ich" kommt es dann zu einer bewussten Handlungsentscheidung. Sublimation ist nach Freud als eine Umlenkung der bereits freien Trieb-Energien in ersatzbefriedigende Handlungen definiert, wenn das "Über-Ich" die unmittelbare Handlung durch ein sehr starkes Veto unterbindet.

Kulturelles Schaffen als eine ersatzbefriedigende Handlung

Siegmund Freud glaubt durch die Konzeption der Sublimation höheres kulturelles Schaffen erklären zu können. Seiner Theorie liegen nur einfache, zumeist sexuelle Triebe zugrunde, die das Handeln eines Menschen bestimmen und ihm Antrieb sind. Die Handlungen, die eine durch das "Es" verbotene Befriedigung ersetzen, finden zumeist gesellschaftlich höhere Anerkennung, weshalb das "Ich" sich bewusst, aber eben auf einen unterbewussten Antrieb hin, für diese entscheidet. Beispiele sind unter anderem die Sublimation aggressiver Triebe durch Sport oder Chirurgie, kindliche Neugier durch Forscherdrang, sexuelle Triebe durch Beschäftigung mit "schönen" Künsten.

Auffällig ist hierbei, dass herausragende Persönlichkeiten eines kulturschaffenden Bereiches sich ihrer Tätigkeit mit einer bemerkenswerten Hingabe zuwenden und dabei eine Befriedigung erfahren.

Freud what's on a mans mind
von JanC - veröffentlicht in: Geisteswissenschaften
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